
Vielen von uns war die Stadt Kronberg im Taunus nicht bekannt. Und so war die Erwartung groß, als wir bei schönem Sonnenschein losfuhren.
Als Erstes stand eine Führung im Museum der Kronberger Malerkolonie auf dem Programm. Malerkolonie, das kennen wir Grötzinger ja auch.
In der Villa Winter, dem Standort des Museums, wurden wir von der Museumsleiterin Frau Dr. Erhardt und ihren MitarbeiterInnen begrüßt.
Die Kronberger Malerkolonie ist eine von europaweit über 40 Künstlerkolonien, die im 19. Jahrhundert als Gegenbewegung zur Industrialisierung entstanden sind. Die Gründung der Kronberger Malerkolonie geht auf das Jahr 1858 (also ca. 40 Jahre früher als die Grötzinger Malerkolonie) zurück. Die Maler Anton Burger und Jakob Fürchtegott Dielmann fingen an, aus Protest gegen die traditionelle Akademie-Malerei draußen in der freien Natur zu malen. Auch die in Karlsruhe bekannten Maler Wilhelm Trübner und Hans Thoma gehörten zeitweise zu diesem Künstlerkreis.

Die Sammlung der Stiftung Kronberger Malerkolonie hat mit der Villa Winter ein wunderschönes Refugium. Die Villa gehörte ursprünglich dem Frankfurter Bankier H. Carl W. Müller. Als das Haus in Frankfurt einem Straßenbau weichen musste, wurde es zerlegt und in Kronberg wieder aufgebaut. Der Maler Heinrich Winter heiratete 1874 die Bankierstochter Johanna Müller und lebte von da an mit ihr in diesem Haus. So bekam das Haus den Namen Villa Winter.
Im Jahre 1935 erwarb die Stadt Kronberg die Villa, und seit 2018 beherbergt sie das Kunstmuseum.
Die Führung im Museum war sehr interessant und informativ, sodass wir mit viel neuem Wissen anschließend weitergehen konnten zum Mittagessen.
Auf dem Weg zum Restaurant spürten wir, dass Kronberg am Rand des Taunus liegt. Die wunderschönen Straßen und Gassen mit Fachwerkhäusern und Kopfsteinpflaster waren doch auch recht steil.
Gestärkt mit einem guten Essen hatten wir am Nachmittag noch Zeit, die Stadt zu erkunden.

Wer nicht mehr ‚den Berg‘ erklimmen wollte, ging etwas weiter unten Richtung Museum und konnte auf dem Weg das Rathaus in der Villa Bonn (benannt nach den ehemaligen Besitzern der jüdischen Familie Bonn) und die Kirche St. Peter und Paul besichtigen, bevor man sich bei einem Kaffee erholte.

Wer sich auf den Weg ins Stadtzentrum machte, kam vorbei an herrlichen Fachwerkhäusern und konnte z. B. die Johanniskirche mit ihrem imposanten, bemalten Tonnengewölbe besichtigen oder ein kurzes Stück zur Burg hinaufgehen.
Als wir um 17:00 Uhr wieder von unserem Busfahrer Pierre am Museum abgeholt wurden, war uns allen klar: Die Reise hat sich gelohnt und es gibt so viel zu sehen in Kronberg, da müssen wir noch mal wiederkommen.
Text und Fotos: Gisela Ehmann


